Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
(Lukas 6,36)

Liebe Gemeinde, liebe Gemeinschaft,

der Vater im Himmel ist barmherzig. Diese frohe Botschaft muss zuerst ausgerichtet, verinnerlicht, erlebt werden, bevor wir uns mit der Aufforderung beschäftigen.

Was aber ist Barmherzigkeit? In einer Definition habe ich gelesen, Barmherzigkeit ist die Güte Gottes gegenüber denen, die in Not sind. Und das macht mir neu bewusst: Ohne die barmherzige Zuwendung von Jesus wäre ich selbst ganz real in großer Not. Wie die syrophönizische Frau, die Jesus hartnäckig um „Brotkrumen bittet, die die Kinder fallen lassen“ (Mk 7,28).

Die Frau ist bedürftig. Ihre Tochter ist in großer Not. Genauso brauche ich Jesus jeden Tag. Genauso stehe ich vor Jesus und kann ihn nur bitten: Gib mir, was ich unbedingt brauche. Gib mir, was ich nicht verdient habe.

Und wir werden wie die Frau merken: Jesus schuldet uns nichts, aber er gibt uns alles. Wir werden erleben, dass bei Jesus mehr als genug ist! Für die Erwachsenen. Für die Kinder. Selbst für die Hunde. Da ist genug für alle da und die Tochter wird gesund. Ist Gott nicht großartig?

Wie können wir selbst nun barmherzig sein? Michael Herbst schreibt: „Der Glaube birgt sich in der unverdienten Barmherzigkeit Jesu und gerade so ist er ganz berührt und bewegt vom anderen, der Erbarmen so nötig braucht.“ Durch Jesus Umgang mit uns kommt es also zum ganz natürlichen Erbarmen, ganz ohne Zwang.

Dass uns Gottes unverdientes Erbarmen immer wieder neu in seine Arme treibt und unserem Leben Form geben darf - das ist mein Wunsch für mich und Sie. Auf dass wir barmherzig werden, wie unser Vater im Himmel barmherzig ist.

Gottes Segen wünsche ich dabei.
Dominic Schikor